Hausfinanzierung: 10 Tipps für das Gelingen und Finden einer perfekt passenden Finanzierung
Montag, 19. Dezember 2011
(Berlin, 19.12.2011) Wer plant, eine Immobilie zu erwerben oder zu bauen, muss sich auf die Suche nach der passenden Finanzierung machen. Dabei ist entscheidend, dass diese den angehenden Hauseigentümer nicht übermäßig belastet und bei Bedarf flexibel auf etwaige Veränderungen reagieren kann. Anhand der folgenden 10 Tipps kann der Interessent leichter entscheiden, ob eine Finanzierung Sinn macht und wenn ja, wie häufige „Fallen“ vermieden werden.
1. Eigenkapital und Einkommensverhältnisse prüfen
Das passende Traumhaus ist gefunden? Prima. Doch jetzt muss sich der Interessent genau überlegen, ob er sich das auch leisten kann. Experten empfehlen einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 bis 30 Prozent, abhängig vom regelmäßig zu erwartenden Einkommen und von der Darlehenssumme. Kostet das Haus (bzw. der Neubau) also beispielsweise 300.000 Euro, so sollten schon mindestens 60.000 Euro vorhanden sein. Je höher der Eigenkapitalanteil und je höher und sicherer das regelmäßige Einkommen (wie z.B. Gehalt), umso günstiger und risikoärmer wird die Finanzierung.
2. Die genauen Kosten reell abschätzen
Zu beachten ist hierbei, dass bei einer Immobilie nicht „nur“ der Kauf- bzw. Herstellungspreis, sondern auch diverse Nebenkosten berücksichtigt werden müssen. Hierzu zählen u.a. Notar- und Grundbuchkosten, Vermessungskosten usw. – außerdem müssen natürlich Lebenshaltungskosten und ggf. weiter zu zahlende Mieten während der Bauphase berücksichtigt werden. Vergünstigend können sich ggf. Eigenleistungen auswirken.
3. Einen Berater hinzuziehen
Man kann nicht alles selber wissen: Je nach persönlicher Situation muss die passende Finanzierungsform für die Hausfinanzierung gefunden werden (siehe unten) und ferner sollte vor der Anfrage eine Bedarfs- und Anfrageoptimierung durchgeführt werden. Hierzu sollte am besten ein professioneller Berater mit dem entsprechenden Know-how und einer breiten Marktübersicht hinzugezogen werden – dazu sind auch passende Immobilienportale im Internet, wie z.B. Immokredit24.com, geeignet.
4. Passende Finanzierungsform wählen
Für das benötigte Fremdkapital stehen unterschiedliche Finanzierungsformen zur Verfügung. Die günstigste Variante sind meist Förderkredite. Daher sollte zuerst geprüft werden, ob die Voraussetzungen für Förderungen (z.B. durch die KfW-Bank) vorliegen. Hiermit kann dann ggf. schon ein Teil des benötigten Fremdkapitals abgedeckt werden. Anschließend muss die passende Finanzierungsform aus den Angeboten der Kreditinstitute ausgewählt werden. Die gängigsten Finanzierungsvarianten sind das Annuitätendarlehen (sehr gut planbar, da immer gleichbleibende Raten und fest vereinbarter Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit), das Volltilgerdarlehen (führt zu schnellerer Entschuldung durch höhere Tilgung, daher nur für einkommensstarke Darlehensnehmer geeignet), das variable Darlehen (mit regelmäßigen Anpassungen des Zinssatzes, aber deutlich gesteigerter Flexibilität), das CAP-Darlehen (als Abart des variablen Darlehens, jedoch mit Vereinbarung einer Zinshöchstgrenze) sowie das Bauspardarlehen.
5. Notwendige Flexibilisierungsoptionen klären
Damit später eine schnellere Entschuldung oder die Anpassung an sich verändernde Einkommensverhältnisse möglich ist, sollten möglichst viele Flexibilisierungsoptionen im Finanzierungsvertrag vereinbart werden. Hierzu zählen u.a. kostenfreie Sondertilgungsmöglichkeiten, eine kostenfreie Anpassung des Tilgungssatzes usw.
6. Aussagekräftigen Angebotsvergleich durchführen
Ist die Anfrage unter Vorgabe der wichtigsten Eckdaten (Darlehenssumme, Tilgungssatz, Zinsbindungsfrist, Flexibilisierungsmöglichkeiten) erfolgt, erleichtert dies den folgenden Vergleich enorm. So können aus den Angeboten (es sollten möglichst viele Anbieter abgefragt werden) leichter die günstigsten Varianten für den individuellen Bedarf gefiltert werden.
7. Nachverhandeln!
Wurden die besten Angebote gefunden, sollte durchaus versucht werden, weitere Verbesserungen durch persönliche Nachverhandlung mit dem jeweiligen Kreditinstitut zu erreichen. Viele Kreditinstitute können durch eine solche Vorgehensweise zu weiteren kleinen Zugeständnissen bewegt werden, was letztlich für den Darlehensnehmer eine große finanzielle Erleichterung bedeuten kann.
8. Zwischenfinanzierungsbedarf klären
Bei üblichen Hausfinanzierungen für Neu- oder Anbauten werden die Darlehensbeträge meist gestaffelt nach Fertigstellung und entsprechendem Nachweis in Raten ausbezahlt. Doch in der Realität fallen oft schon vorher größere Summen an, die bezahlt werden müssen. Dies reicht von der Rechnung vom Vermessungsbüro bis zum Unternehmer für die anfänglichen Erdarbeiten. Es sollte also im Vorfeld bereits geklärt werden, wann was zu bezahlen ist. Bei reinen Hauskäufen wird dies in der Regel nicht notwendig sein.
9. Vor der Unterschrift alles in Ruhe durchlesen
Bevor ein – in der Regel langjährig verbindlicher – Finanzierungsvertrag unterschrieben wird, sollte der Darlehensnehmer sich in Ruhe alle Vereinbarungen (auch das „Kleingedruckte“) sorgfältig durchlesen. Ist etwas nicht verständlich oder benachteiligt es den Darlehensnehmer nach eigener Ansicht übermäßig, muss unbedingt Rücksprache mit dem Berater und der Bank gehalten werden.
10. Während der Darlehenslaufzeit immer wieder ein Blick auf die Finanzmärkte werfen
Eine Hausfinanzierung läuft in der Regel viele Jahre und ist für beide Seiten verbindlich. Doch nicht nur, wenn das Ende der Zinsbindungsfrist näherkommt, sollte sich der Darlehensnehmer am Markt nach einer günstigen Anschlussfinanzierung umsehen. Manchmal können sich Umschuldungen oder rechtzeitig vereinbarte Weiterfinanzierungen (Stichwort: Forward-Darlehen) durchaus rentieren, sogar wenn das Kreditinstitut eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet. Es kann sich also lohnen, von Zeit zu Zeit einmal einen Blick auf die aktuellen Angebote anderer Anbieter zu werfen. Auch hierbei können Immobilienportale wie Immokredit24.com wertvolle Dienste leisten!
Weitere Informationen
» Hausfinanzierung im Detail
» Hausfinanzierung – Fragen und Antworten
(Berlin, 14.10.2011) Für die Planung einer Baufinanzierung sollte sich der angehende Darlehensnehmer grundlegend über Voraussetzungen, Unterschiede und Gestaltungsmöglichkeiten der am Markt angebotenen Finanzierungsangebote informieren. Der Erwerb von Basiswissen gehört ebenso dazu wie der konzertierte Vergleich der angefragten Angebote. Dies ist zunächst einfacher gesagt als getan. Die scheinbar unüberschaubare Zahl der Anbieter (z.B. Banken, Sparkassen oder Versicherungsgesellschaften) sowie eine Vielzahl an Finanzierungsvarianten erschweren einen objektiven Marktüberblick. Im Internet bereitgestellte Baufinanzierungsrechner berücksichtigen nicht die individuellen Merkmale und Möglichkeiten zur Optimierung (z.B. Förderungen). Besonderes Augenmerk sollte der Interessent auf die finanzielle Sicherheit und Planbarkeit legen. Schon zu oft sind Baufinanzierungen gescheitert, weil die finanziellen Belastungen nicht mehr getragen werden konnten. Die gängigste Finanzierungsform für private Baufinanzierungen ist nach wie vor das klassische Annuitätendarlehen – worauf sollte die Bauherrschaft hier achten?
(Berlin, 02.08.2011) Für die Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital gibt es u.a. die Möglichkeit eines Bausparsofortdarlehens über eine Bausparkasse. Dieses oft auch als Vorausdarlehen bezeichnete Finanzierungsmodell kombiniert einen (noch nicht zuteilungsreifen oder neu abzuschließenden) Bausparvertrag mit einer Vorfinanzierung durch die Bausparkasse. Diese Darlehensform hat einige Vorteile, aber auch bedeutsame Nachteile gegenüber einem herkömmlichen Annuitätendarlehen. Der Abschluss einer solchen Sofortfinanzierung sollte daher sehr gut überlegt werden.
(Berlin, 19.07.2011) Bis zum Erhalt einer Darlehensleistung aus einer Immobilienfinanzierung entsteht oft eine Liquiditätslücke beim Darlehensnehmer. Diese kann durch notwendige Vorleistungen verursacht werden, die bezahlt werden müssen, obwohl der Darlehensgeber erst nach Fertigstellung bestimmter Abschnitte Kapitalleistungen erbringt (Stichwort: Fertigstellungsnachweis). Ein anderes Szenario für die Notwendigkeit einer Zwischenfinanzierung könnte ein Gelegenheitskauf sein, für den schnell Eigenkapital benötigt wird, was jedoch in der geforderten Zeit nicht liquidiert werden kann. Eine solche Zwischenfinanzierung kann durch einen herkömmlichen Ratenkredit, einen Bausparvertrag (bzw. dessen Beleihung) oder auch ein Policendarlehen realisiert werden. Was davon für die eigene Situation am besten geeignet ist, hängt von einigen wichtigen Faktoren ab, die im individuellen Umfeld des Darlehensnehmers liegen.
(Berlin, 20.06.2011) Wer bei der Finanzierung seines Eigenheimes nicht auf die Nase fallen möchte, sollte vorab genau kalkulieren, wie teuer die Anschaffung inklusive der Nebenkosten sein darf. Wie hoch darf der Kaufpreis sein, damit die Finanzierung aus den vorhandenen Einnahmen (zuzüglich Eigenkapital) bestritten werden kann? Die Ermittlung dieser Größe ist nicht so einfach zu realisieren. Es müssen viele Umstände berücksichtigt werden, ohne dabei übertrieben negativ oder positiv zu kalkulieren. Am besten geht dies durch Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben – so lässt sich die monatlich zur Verfügung stehende Liquidität für die Tilgungs- und Zinsleistungen errechnen.
(Berlin, 19.04.2011) Nach Abschaffung der Eigenheimzulage können für Immobilienkäufe ab dem 1.1.2008 sog. „Wohn-Riester-Darlehen“ nach dem Eigenheimrentengesetz (Wohn-Riester-Förderung) beantragt werden. Diese Darlehen sind grundsätzlich vergleichbar mit den herkömmlichen Annuitätendarlehen zur Immobilienfinanzierung, jedoch werden bei der Riester-Variante die staatlichen Zulagen als zusätzliche Tilgungsleistung eingebracht. Dies hat den Vorteil, dass nicht wie z.B. bei einem Sparvertrag nach dem Prinzip der Riester-Förderung auf die Zuteilung gewartet werden muss – vielmehr profitiert der Zulagenberechtigte direkt durch geringere Ratenzahlungen für seine Baufinanzierung. Damit das Wohn-Riester-Darlehen wirklich optimal ausgenutzt wird, müssen vor dem Abschluss einige wichtige Punkte bedacht werden.
(Berlin, 01.03.2011) Noch bis vor wenigen Jahren war eine Immobilien- bzw. Baufinanzierung für Ältere jenseits der 50 so gut wie undenkbar. Die Kreditinstitute fürchteten um Ihre langfristigen Tilgungs- und Zinsleistungen und verlangten entweder immense Sicherheitsleistungen oder einen sehr großen Eigenkapitalanteil. Doch nicht nur aufgrund der demographischen Entwicklung ist die Marktlage inzwischen eine andere: Ältere Mitmenschen verfügen in der Regel über mehr Eigenkapital und haben einen gesicherten Lebensstatus. Kann die regelmäßige Zins- und Tilgungsleistung auch im Rentenalter nach aktuellen Berechnungen erbracht werden, ist dies sogar sicherer für die Kreditinstitute als einen jüngeren Kreditnehmer mit wenig Berufserfahrung zu binden.