Baufinanzierung 2011: Zinsen steigen
Dienstag, 28. Dezember 2010(München, 28. Dezember 2010) Der anstehende Jahreswechsel ist ein guter Anlass, um einen Blick auf die Entwicklung der Baugeldkonditionen in 2011 zu wagen. Robert Haselsteiner, Zinsexperte und Vorstand der Interhyp AG, analysiert die Marktentwicklungen der vergangenen Monate, deren Folgen für Baugeld-Konditionen und gibt Tipps, worauf Immobilienkäufer und Eigenheimbesitzer im neuen Jahr achten sollten.
Rückblick 2010
“Das Jahr 2010 war von der Schuldenkrise in Euroland, der anhaltenden Wirtschaftsschwäche der USA und einer starken Erholung in Asien und gerade auch im exportstarken Deutschland geprägt. Die Notenbanken haben zwar die Leitzinsen auf den historisch tiefen Ständen belassen, mit dem massiven Aufkauf von Staatsanleihen aber auch die Furcht vor Inflation und Währungsverfall geschürt. Das führt seit September zu steigenden Kapitalmarktzinsen und Baugeldkonditionen”, so Haselsteiner und fügt hinzu: “Die Trendwende am Zinsmarkt hat sich damit aus unserer Sicht vollzogen.”
Doch trotz der jüngsten Anstiege gehören die aktuellen Zinssätze mit unter 4,5 Prozent effektiv für lange Laufzeiten zu den niedrigsten der vergangenen 50 Jahre. So kann selbst bei einer Tilgung von 2 Prozent mit einer Monatsrate von 780 Euro ein 15jähriges Darlehen über 150.000 Euro aufgenommen werden. Für einen 200.000 Euro-Kredit fällt eine Rate von 1.040 Euro an.
Ausblick 2011
Zinsexperte Haselsteiner rechnet für 2011 mit tendenziell steigenden Zinsen, da die Notenbanken zunehmend unter Druck stehen werden die Liquiditätshilfen schrittweise aus dem Markt zu nehmen. “Erste Leitzinserhöhungen in der 2. Jahreshälfte könnten das unterstreichen. Während die Defizitländer in Europa weiterhin mit Wachstumsschwierigkeiten kämpfen werden und auch von einer weiteren Zuspitzung des Schuldenkonflikts auszugehen ist, erwarten wir für Deutschland nur Positives. Die strengen Reformen und der Verzicht der letzten zehn Jahre machen sich jetzt bezahlt und haben Deutschland extrem wettbewerbsfähig gemacht. Starkes Wachstum und hohe Beschäftigung sind daher auch die Grundlage für einen anziehenden Immobilienmarkt”, fügt er an. Sein Rat lautet: “Kaufinteressenten sollten nicht zu lange warten, sondern die Gunst der Stunde nutzen, bevor die Preise und die Zinsen zu stark steigen.”
Handlungsempfehlungen 2011
Die ersten Monate des neuen Jahres sollten Bauherren und Immobilienkäufer nutzen, um die Baugeldkonditionen für einen möglichst langen Zeitraum festzuschreiben. Des Weiteren erlauben die niedrigen Zinsen eine erhöhte Tilgung und damit eine schnellere Schuldenfreiheit.
Darlehensnehmer, die bereits in den eigenen vier Wänden wohnen, sollten im Frühjahr 2011 mit einem unabhängigen Berater klären, wie sie bei ihrer Anschlussfinanzierung ein späteres Zinsanstiegsrisiko vermeiden können. Denn auch wenn die Sollzinsbindung bestehender Baukredite erst in 12 bis 60 Monaten abläuft, können Immobilienbesitzer schon heute von den niedrigen Zinsen profitieren – je nach Vorlaufzeit durch bereitstellungszinsfreie Baukredite oder Forward-Darlehen.
(Berlin, 18.10.2010) Der finanzierungsbedürftige Bauherr kann aus einer riesigen Auswahl von entsprechenden Angeboten mit unterschiedlichen Konditionen wählen. Auch in einer Niedrigzinsphase wie derzeit kann allerdings auch eine augenscheinlich kleine Differenz (z.B. beim Zins) große Auswirkung haben: Auf die Laufzeit gesehen können die Finanzierungskosten das Zünglein an der Waage sein, das über den Erfolg einer gewählten Finanzierung entscheidet.
(Berlin, 30.08.2010) Der Traum vom Eigenheim lässt sich für die meisten Bauherren nur durch eine entsprechende Finanzierung verwirklichen. Trotz zurzeit allgemein niedriger Bauzinsen gibt es im Anbieterdschungel große Unterschiede bei den Finanzierungsverträgen. Die Unterschiede liegen dabei nicht nur bei den Zinsen, sondern auch bei der Vertragsausgestaltung – Stichwort: Individualisierung.
(Berlin, 21.06.2010) Die Zinsen für Hypothekenkredite befinden sich nun seit einigen Wochen wieder auf einem historisch niedrigen Niveau, nachdem diese in den letzten Monaten einem wiederholten, kontinuierlichen Verfall unterlegen waren. So ist beispielsweise die DGZF Pfandbriefkurve zuletzt unter den bisherigen relativen Tiefststand von 2005 gefallen. Mittlerweile hat sich allerdings wieder eine moderate Stabilisierung auf diesem niedrigen Niveau angedeutet. Ein weiterer Verfall der Hypothekenzinsen scheint zwar zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen, allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit das die Zinsen noch weiter fallen naturgemäß, je tiefer die Zinsen schon gesunken sind. Insofern ist das weitere Abwärtspotential sicherlich begrenzt. Gute Zeiten für Bauherren und Immobilienkäufer!