Beurteilung vom Eigenkapitaleinsatz bei einem Baufinanzierung Vergleich

Mittwoch, 27. Januar 2010

Eine strukturierte Baufinanzierung berücksichtigt die finanziellen Möglichkeiten des Kreditnehmers. Hier sind viele Aspekte zu beachten. So darf beispielsweise nicht die zum Zeitpunkt der Finanzierungsanfrage vorhandene Liquidität vollständig als Eigenkapital in die Finanzierung eingesetzt werden. Im Falle der unvorhergesehenen Ausgaben, die in Zukunft anfallen können, wäre der Kreditnehmer nicht mit erforderlichen Mitteln ausgestattet. Als Folge müssten entweder neue Kredite aufgenommen werden oder Substanzwerte veräußert werden. Beide Alternativen wären mit erheblichen finanziellen Nachteilen für den Kreditnehmer verbunden. Bei Veräußerung von Substanzwerten unter Zeitdruck ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese weit unter ihrem tatsächlichen Wert verkauft werden können. Im Falle der neuen Kreditaufnahme wäre die laufende Liquiditätssituation stark beeinträchtigt. Aus diesem Grund sollten beim Eingehen einer Baufinanzierung ausreichende Reserven vorhanden sein, die schnell und ohne große Wertverluste zur Verfügung stehen. Hinsichtlich der Höhe dieser Reserven lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen. Vielmehr muss der Kreditnehmer unter Abwägung aller rationalen Risiken individuell die Höhe der notwendigen Reserven bestimmen.

Wie stark sich der geringere Einsatz vom Eigenkapital auf die Baufinanzierungskondition auswirkt, lässt sich im Rahmen eines Baufinanzierung Vergleich feststellen. Im Regelfall wird der Nominalzinssatz einer Baufinanzierung bei geringerem Einsatz von Eigenkapital zunehmen. Diese Problematik kann auf mehreren Wegen umgegangen werden. So kann das Eigenkapital bei einem Bauvorhaben durch die so genannte „Muskelhypothek“ ersetzt werden. Dies bedeutet, dass bestimmte Baumaßnahmen vom Bauherrn selbst unter Aufwendung der eigenen Kraft durchgeführt werden. Hierfür fallen keine Kosten an. Stattdessen können Fremdkosten durch Eigenleistungen ersetzt werden. Dies reduziert den Anteil der Kosten, der fremdfinanziert werden müsste. Eine weitere Möglichkeit bestünde in der Verpflichtung des Kreditnehmers zur Erbringung von Tilgungsleistungen in bestimmter Höhe zu bestimmten Zeitpunkten. Damit kann das Eigenkapital nicht auf einmal, sondern in mehreren Tranchen eingesetzt werden.  Der Vorteil liegt darin, dass der Kreditnehmer die Verfügungsgewalt über sein Eigenkapital nicht aufgibt, sondern zumindest auf einen beschränkten Zeithorizont disponieren kann. Für die Bank bedeutet dies nicht automatisch mehr Risiko, da nicht Erbringung von vereinbarten Tilgungen als Leistungsstörung gewertet wird und die entsprechenden Konsequenzen nach sich zieht. Bei einem Baufinanzierung Vergleich sollte der Punkt Einsatz vom Eigenkapital deshalb auf jeden Fall beachtet werden.